Best Practices
Best Practice zum Einstellen des Druckens über das ThinPrint Output Gateway
Man entscheidet am besten, wann das ThinPrint Output Gateway-Treiber zu nutzen ist, indem man die Situationen ausschließt, in denen es nicht verwendet werden kann. Da die grundlegende Idee dieses universellen Druckertreibers darin liegt, die Spool-Daten von einem Windows-Print-Subsystem an ein anderes weiterzuleiten, ist es erforderlich, dass sowohl der Computer, der den Druckauftrag erstellt, als auch der Computer, der ihn empfängt, unter einem Desktop- oder Server-Betriebssystem von Windows laufen. Für die Nutzung des ThinPrint Output Gateway-Treibers ist es unwichtig, wo sich der empfangende Computer* befindet, solange die erforderlichen Druckerwarteschlangen eingerichtet sind. In Bezug auf die Druckleistung helfen in den meisten Umgebungen die folgenden vier Richtlinien bei der Entscheidung für das Konzept:
* Sofern nicht ein einziger zentraler Druckserver verwendet wird und die Druckdaten direkt ohne Komprimierung an die Drucker gesendet werden, enthält eine ThinPrint .print-Umgebung mehrere empfangende Computer. Die Flexibilität von ThinPrint .print ermöglicht die Auswahl der in einer bestimmten Umgebung für den Druckauftrag am besten geeigneten Computer oder Anwendungen.
- Netzwerkdrucker, die über eine Verbindung mit ausreichender Bandbreite verfügen, sollten über einen zentralen Druckserver mit der V-Layer-Technologie von ThinPrint angesprochen werden.
- Ist die Bandbreite des Netzwerkdruckers eingeschränkt, dann ist auf der Seite der WAN-Verbindung, auf der sich das Druckgerät befindet, ein Gerät erforderlich, auf dem der .print Client läuft. Um maximale Komprimierung zu erreichen, sollte dieses Gerät unter einem Server- oder Client-Betriebssystem von Windows laufen. Wenn dies nicht möglich ist, dann sind ein zentraler Druckserver mit V-Layer-Technologie und ein .print Client auf einer Arbeitsstation, einem Thin Client oder einer Anwendung ausreichend.
- Drucker, die lokal an der unter Windows laufenden Arbeitsstation installiert sind, die für die Verbindung mit einem zentralen Desktop verwendet wird, werden am besten genutzt, indem das ThinPrint Output Gateway direkt auf dem Terminal Server oder einem virtuellen Desktop oder durch Nutzung eines zentralen Druckservers mit V-Layer- und Virtual Channel Gateway-Technologie eingerichtet wird.
- Mit Thin Clients oder Arbeitsstationen verbundene Drucker, die nicht unter einem Desktop-Betriebssystem von Windows laufen, können am besten über einen zentralen Druckserver in Verbindung mit V-Layer und Virtual Channel Gateway bedient werden.

Eine zweite Anforderung für die Nutzung des ThinPrint Output Gateway-Druckertreibers ist, dass die Druckanwendung die Erstellung von EMF-Druckdaten unterstützt. Ob der Druckauftrag direkt gerendert wird oder die EMF-Daten an das Print-Subsystem weitergeleitet werden, damit Windows die Druckdaten im Hintergrund verarbeitet, hängt hauptsächlich vom Entwickler der Anwendung ab. Die direkte Behandlung des Drucks bietet etwas höhere Geschwindigkeit, jedoch muss der Benutzer warten, bis die Anwendung den Druck vollständig ausgeführt hat. Das Abgeben des Drucks an das System kann etwas mehr Zeit erfordern, aber die Anwendung steht dem Benutzer schneller zur Verfügung. Die meisten kommerziellen Anwendungen verwenden den EMF-Druck, einige Anwendungen jedoch wählen in Abhängigkeit von der Druckersprache des Druckertreibers zwischen EMF und direktem Druck, und einige Anwendungen drucken ausschließlich direkt. Da es unmöglich ist, vorher festzustellen, welche Anwendungen den Druckauftrag direkt rendern, muss man alle relevanten Anwendungen vor dem Einrichten testen. Die Architektur von ThinPrint .print ermöglicht die Auswahl eines beliebigen Druckertreibers als universellen Druckertreiber für eine Gruppe von Benutzern oder Druckern. Indem man einen Druckertreiber aussucht, der ausreichende Funktionen hat und mit den relevanten Druckern kompatibel ist – wie zum Beispiel ein grundlegender PCL3-Treiber –, kann man von ThinPrint .print sogar dann profitieren, wenn das ThinPrint Output Gateway-Treiber ausnahmsweise nicht verwendet werden kann.
Best Practice zum Einrichten von ThinPrint Ports
Ein ThinPrint Port ist ein Drucker-Port. Wie andere Drucker-Ports übermittelt er Daten aus dem Print-Subsystem zur weiteren Bearbeitung an einen Drucker, einen Druckserver oder einen anderen Computer. Jeder ThinPrint Port kann zur Feinabstimmung mit einer Vielzahl von Einstellungen konfiguriert werden. In den meisten Umgebungen ist es ausreichend, Druckprotokolle und Bandbreitenbeschränkungen in Betracht zu ziehen. Der folgende, aus drei Schritten bestehende Prozess zeigt, wie die Anzahl und die Grundkonfiguration für ThinPrint Ports für die meisten Umgebungen festgelegt werden können durch:
| Ⅰ. |
Festlegen der erforderlichen Druckprotokolle |
| Ⅱ. |
Festlegen der Bandbreitenbeschränkungen basierend auf Netzwerkverbindungen |
| Ⅲ. |
Erstellen mehrerer ThinPrint Ports mit identischer Konfiguration zur Steigerung der Leistung |
Ⅰ. Festlegen der erforderlichen Druckprotokolle
Die erste Entscheidung, die bei der Planung der Einrichtung von ThinPrint Ports zu treffen ist, bezieht sich auf das zum Drucken zu verwendende Protokoll. Diese Entscheidung basiert darauf, wie der Drucker für das Netzwerk eingerichtet ist, genauer gesagt, ob ein .print Client verwendet werden kann und ob zentrale und/oder Remote-Drucker involviert sind. Das untenstehende Diagramm stellt diesen Entscheidungsprozess dar. Es kann angewandt werden, um das ThinPrint Port-Protokoll für einen beliebigen Drucker festzulegen.
- Die wichtigste Frage ist, ob ein .print Client in den Druckvorgang involviert ist. Wegen der Komprimierung, der Unterstützung unterschiedlicher Protokolle und der Unterstützung für universelle Druckertreiber empfehlen wir die Nutzung eines .print Clients nachdrücklich. Sollte es erforderlich sein, ohne .print Client zu drucken, dann ist zumindest ein für das LPD-Protokoll konfigurierter ThinPrint Port erforderlich.
- Durch die Nutzung von .print Clients stehen mehrere Protokolloptionen zur Verfügung. Jetzt ist es wichtig zu wissen, wo der .print Client installiert wird. Wenn die Drucker auf einem Remote-Druckserver unter Windows oder Linux installiert oder von einer Netzwerkanwendung mit einem eingebauten .print Client gehostet werden, dann muss mindestens ein ThinPrint Port für das TCP/IP-Protokoll konfiguriert sein. Wenn der .print Client nicht über die TCP-Socket-Verbindung vom ThinPrint Port erreicht werden kann, kann der .print Connected Gateway eine ausreichende Verbindung für Firewalls und NAT-Netzwerke bieten.
- Drucker, die nicht auf einem Remote-Druckserver oder einer Remote-Druckanwendung eingerichtet sind, werden bei diesem Vorgang als lokal installierte Drucker an der Arbeitsstation eines Benutzers betrachtet. Der wahrscheinlichste Grund für die Nutzung von ThinPrint beim Drucken auf einem lokalen Drucker ist, dass sich der Benutzer über ein Remote-Sitzungsprotokoll an einem zentralen Desktop (Terminal Server, Virtueller/Gehosteter Desktop etc.) anmeldet und auf dem an der physischen Arbeitsstation installierten Drucker druckt. Wenn das Protokoll der Remote-Sitzung nicht RDP oder ICA mit Unterstützung von OEM-Kanälen ist, muss zumindestens ein ThinPrint Port für das TCP/IP-Protokoll konfiguriert werden. Sollte keine TCP-Socket-Verbindung vom ThinPrint Port zu dem auf der Arbeitsstation installierten .print Client möglich sein, dann kann der .print Connected Gateway für die Verbindung genutzt werden.
- Wenn ein zentraler Druckserver involviert ist und der Benutzer eine ICA- oder RDP-Verbindung erstellt, um auf einem lokal installierten Drucker zu drucken, dann muss mindestens ein ThinPrint Port auf den Virtual Channel Gateway eingestellt werden. Falls kein solcher Druckserver vorhanden ist, kann der ThinPrint Port so konfiguriert werden, dass er entweder VC (Virtual Channel) oder das TCP-Protokoll verwendet. Die letztere Möglichkeit bietet aufgrund der geringeren Protokollmenge eine etwas höhere Leistung, jedoch muss der .print Client hier auch über die TCP-Socket-Verbindung erreichbar sein.**
** Durch die Nutzung des .print Connected Gateway kann ein .print Client über TCP/IP gedruckt werden, auch wenn keine direkte Socket-Verbindung vom ThinPrint Port zum ThinPrint Client möglich ist.

Für jedes Druckprotokoll, das durch die obengenannten Schritte festgelegt wurde, ist mindestens ein ThinPrint Port erforderlich. Dies ist das einzige Muss. Die folgenden Betrachtungen werden die Leistung der Druckumgebung „nur" steigern, in den meisten Fällen deutlich.
Ⅱ. Festlegen der Bandbreitenbeschränkungen basierend auf Netzwerkverbindungen
Nachdem die Protokolle festgelegt worden sind, müssen die erforderlichen Bandbreitenbeschränkungen für jedes Protokoll definiert werden. Für jede Kombination aus Bandbreitenbeschränkung und Protokoll ist ein ThinPrint Port erforderlich. Dies ist wiederum nicht schwierig festzulegen, eine einfache Tabelle ist hier hilfreich. Es gibt eine Spalte für jedes Druckprotokoll und eine Zeile für jede Bandbreitenbeschränkung. Wenn für ein Protokoll eine bestimmte Bandbreitenbeschränkung erforderlich ist, wird diese Zelle markiert. Nachdem die Tabelle fertiggestellt ist, gibt die Anzahl der markierten Zellen nicht nur die Gesamtzahl der erforderlichen Drucker-Ports, sondern auch die Anzahl der Ports für jedes Protokoll und die minimale Bandbreitenkonfiguration an.
Ein Beispiel:
Es wurde festgestellt, dass das Drucken über die Protokolle TCP, VC und LPD erforderlich ist. Basierend auf der Geschwindigkeit zwischen dem zentralen Druckserver und den Druckern wird beschlossen, dass die Bandbreitenbeschränkungen 100 KBit, 256 KBit und unbegrenzt sein sollen. Die Prüfung, welches Protokoll für welche Netzwerkverbindung verwendet wird, ergibt die folgende Tabelle:
| |
TCP/IP
|
VC
|
LPD
|
| 100 Kbit |
x |
x |
|
| 256 Kbit |
|
x |
|
| unbegrenzt |
x |
|
x |
Sie zeigt, dass in dieser Umgebung mindestens die folgenden fünf ThinPrint Ports eingerichtet werden müssen:
- Zwei Ports für das TCP-Protokoll, einer mit einer Bandbreitenbeschränkung von 100 KBit, der andere ohne Bandbreitenbeschränkung
- Zwei Ports für das Virtual Channel-Protokoll mit Bandbreitenbeschränkungen von jeweils 100 KBit und 256 KBit
- Ein LDP-Port ohne Bandbreitenbeschränkung.
Ⅲ. Erstellen mehrerer ThinPrint Ports mit identischer Konfiguration zur Steigerung der Leistung
Um die Spezifikation der ThinPrint Ports abzuschließen, muss die Anzahl der Druckaufträge, die gleichzeitig über dasselbe Protokoll und dieselbe Bandbreite übermittelt werden können, festgelegt werden. Weil jeder Drucker-Port nur einen Druckauftrag gleichzeitig verarbeiten kann, kann dies zu inakzeptablen Verzögerungen beim Drucken führen, wenn zu viele Druckerwarteschlangen einen einzigen Drucker-Port teilen. Andererseits führt das Einrichten von mehr als einem Drucker-Port zu einer höheren Belastung der Bandbreite, denn die tatsächlich für das Drucken benötigte Bandbreite ist die Summe der Bandbreiten aller gleichzeitig druckenden ThinPrint Ports. Dies ist jedoch nur dann problematisch, wenn mehrere Ports über dieselbe Netzwerkverbindung drucken. Deshalb ist es eine einfache Zusatzmaßnahme, für jedes erforderliche Protokoll und jede Bandbreitenbeschränkung einen Drucker-Port für jede physische Netzwerkverbindung einzurichten. Dies erhöht die Gesamtdruckgeschwindigkeit, da mehrere Druckaufträge die zugeordnete Bandbreite für jede Verbindung über unterschiedliche Netzwerkverbindungen gleichzeitig nutzen können.
Der oben beschriebene Vorgang ergibt eine .print-Umgebung mit optimaler Bandbreitenkontrolle. Er führt nicht notwendigerweise zur einfachsten Verwaltung. Wenn die Kontrolle der Bandbreite nicht sehr wichtig ist, ist es eine sinnvolle Methode, den Konzeptionierungsprozess nach Schritt 1 abzubrechen und bei Bedarf zusätzliche ThinPrint Ports hinzuzufügen.
Weitere technische Beschreibungen finden Sie hier: